Magnetresonanztomographie (MRT)

Neben dem Ultraschall ist die MRT das einzige Verfahren in der bildgebenden Diagnostik, welches Aufnahmen von Patient*innen bzw. Organsystemen ohne die Anwendung von Röntgenstrahlen bzw. radioaktiven Substanzen erzeugt. Somit resultiert für die Patient*innen durch diese Methode keinerlei Strahlenbelastung. Dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie gehören zwei moderne Hochfeld MRT-Geräte (1,5 Tesla und 3 Tesla).

Wann kommt die MRT zum Einsatz?

In unserem Institut werden naturgemäß Untersuchungen des zentralen Nervensystems, also des Gehirns und des Spinalkanales bzw. der Wirbelsäule, durchgeführt.

Es sind mehr morphologische Details zu sehen. Außerdem liefern die Aufnahmen mehr Informationen über die Weichgewebezusammensetzung. 

Das sollten Sie bei einer MRT-Aufnahme berücksichtigen

Hinweise & Tipps

Nach derzeitigem Kenntnisstand hat die MRT keine schädlichen Auswirkungen auf die Patient*innen. Diese Annahme beruht u. a. darauf, dass die auf die Patient*innen einwirkende Energie unterhalb dem Niveau der molekularen Bindungsenergie liegt und somit auch nicht ausreicht, um insbesondere gefürchtete Schäden am Erbgut (DNA) zu verursachen. Dennoch resultieren aus dieser Technik mit Anwendung eines starken Magnetfeldes Umstände, die besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig machen und in bestimmten Fällen eine Untersuchung nicht zulassen.

  • Ferner bedürfen unterschiedliche, in den Körper eingebrachte Materialien vor der Untersuchung bzgl. ihrer Unbedenklichkeit bei MRT-Untersuchungen einer Überprüfung. Hierzu gehören u. a. künstliche Herzklappen, Port- und Shuntsysteme, Hörimplantate und Paukenröhrchen, oder Kupferspiralen etc. Diesbezüglich existieren Listen, anhand derer diese Fragen In der Regel geklärt werden können. In seltenen Fällen ist eine schriftliche Unbedenklichkeitserklärung z. B. vom Hersteller der entsprechenden Systeme notwendig.
  • Moderne Gelenk-Endoprothesen („künstliche“ Kniegelenke etc.) stellen in der überwiegenden Zahl der Fälle kein Problem bei einer MRT-Untersuchung dar.
  • Unter gewissen Umständen (z. B. bei Trägern von farblichen Tattoos) sind Untersuchungen lediglich an einem Kernspintomographen mit schwächerem Magnetfeld möglich.
  • Aus Sicherheitsgründen müssen vor der Untersuchung alle metallischen Gegenstände abgelegt werden. Diese würden im Untersuchungsraum durch den Magneten angezogen und werden dabei zu gefährlichen „Flugobjekten“, die zu schweren Verletzungen der Patienten und des Personals führen könne. Zudem kann es hierdurch zu erheblichen Beschädigungen der Geräte kommen.
  • Speichermedien wie z. B. Karten mit Magnetstreifen (Kredit-, EC-Karten) sollten nicht mitgeführt werden, da diese anschließend mit großer Wahrscheinlichkeit gelöscht und somit nicht mehr funktionsfähig sind.
  • Die relative Enge innerhalb des Gerätes führt bei einigen Personen zu Beklemmungen und erheblichen Angstgefühlen. In einem solchen Fall besteht z. B. die Möglichkeit, durch eine Person des Vertrauens während der gesamten Untersuchung begleitet zu werden. Ggf. können vor der Untersuchung auch milde Beruhigungsmittel verabreicht werden. Sprechen Sie uns gerne an. 

Sie leiden unter Platzangst?

Mit seiner sehr weiten Röhrenöffnung ist die MRT-Untersuchung auch möglich bei Patient*innen mit ausgeprägter Platzangst. Wenn Sie Sorge vor der Untersuchung haben, sprechen Sie uns bitte an. 

Verfahren der Magnetresonanztomographie

Das MRT-Verfahren beruht auf dem Prinzip der magnetischen Kernresonanz. Hierbei kommt es zum Austausch von Energie zwischen zwei Systemen bei einer bestimmten Frequenz, nämlich der Resonanzfrequenz.

Die beiden Systeme stellen in diesem Fall der Kernspintomograph auf der einen und der Patient, bzw. bestimmte körpereigene Atomkerne, auf der anderen Seite dar. Die Atomkerne müssen einen Eigendrehimpuls (Kernspin) und ein magnetisches Moment besitzen. Diese Bedingung erfüllt u. a. Wasserstoff. Den Umstand, dass dieses Element bekanntlich im menschlichen Körper in hoher Konzentration (H2O) vorliegt, macht sich dieses diagnostische Verfahren zu Nutze.

Durch das Lagern der Patient*innen im Kernspintomographen werden die entsprechenden Atomkerne durch ein starkes, statisches Magnetfeld in ihrer Achse einheitlich ausgerichtet.

Dieses Magnetfeld des Tomographen bleibt durchgehend bestehen. Hierdurch werden die Atomkerne quasi elastisch in dieser Ausrichtung gehalten. Durch Hochfrequenz-Impulse im Megaherzbereich, werden diese Atomkerne nun gezielt ausgelenkt und kehren in Abhängigkeit von der Stärke des externen Magnetfeldes und von ihrer atomaren bzw. molekularen Umgebung, also auch von der entsprechenden Gewebebeschaffenheit, in einer bestimmten Zeit wieder in den Ausgangszustand zurück. Hierbei gehen von ihnen ebenfalls elektromagnetische Wellen/Signale aus, die mit entsprechenden Spulensystemen empfangen werden können. Diese Signale werden digitalisiert, mit Hilfe mathematischer Algorithmen (Fourier-Transformation) umgerechnet und dann zur Berechnung von Schnittbildern verwendet.

Diffusions-MRT

Eines dieser neuen Verfahren ist die Diffusionsgewichtete BIldgebung, welche Aufschluss über Veränderungen des Wassergehalts sowie über Verschiebung von Wasser im Gewebe bietet. Die Diffusionsgewichtete Bildgebung ist hilfreich bei der frühen Diagnose eines Schlaganfalls, bei Hirntumoren, Multiple Sklerose und Hinrverletzungen.

Perfusions-MRT

Ein weiteres neues Verfahren ist die Perfusions-MRT, bei der das Kontrastmittel bei seiner Passage durch das Gehirn mittels MRT beobachtet wird. Aus diesen Untersuchungen lassen sich Rückschlüsse auf die Hirndurchblutung ziehen. Dieses Verfahren spielt daher - wir die Duffusions-MRT - in der Diagnose des Schlaganfalls und der Analyse von Tumoren eine wichtige Rolle.

Magnetresonanzangiographie

Mit der Magnetresonanzangiographie ist es möglich, die Verengungen (Stenosen) oder Aussackungen (Aneurysmen) von Blutgefäßen ohne Gabe von Kontrastmittel darzustellen.

Neue Verfahren der Magnetresonanztomographie

In den letzten Jahren wurden neben den Standardverfahren neue MR-Verfahren entwickelt, die zusätzliche Informationen über die Art einer Erkrankung bieten und in der Neuroradiologie Anwendung finden.

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